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THE ROAD LESS TRAVELED

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09. Oktober 2019

Hätte mir letztes Jahr jemand gesagt, dass ich bald bei einem Deep-Tech-Start-up in Berlin arbeiten würde, hätte ich ihn ausgelacht, weil a) das verrückt ist und b) "Deep-Tech" in keiner Weise eine echte Sache ist. Siehst du, meine Reise war weder die konventionellste, noch war es eine, die ich von Anfang an gewählt hätte. Dennoch hat mich alles zu einem Job in der Deep-Tech-Branche geführt. Das ist etwas, das ich nie hätte vorhersehen können und auch etwas, von dem ich mir nie hätte vorstellen können, dass ich mich so leidenschaftlich und aufgeregt fühlen würde. Du wirst dich vielleicht fragen, wie ich mich also an eine Firma wie R3 herangewagt habe? Diese Antwort versuche ich noch immer für mich selbst zu formulieren, aber ich denke es gibt keine bessere Möglichkeit, um damit zu beginnen, als Ihnen ein wenig Hintergrundinformationen zu geben:
Ich bin in Berlin geboren, aber als die Mauer fiel, zogen meine Eltern und ich in ein Dorf weit außerhalb von Köln. Nach meinem Studium habe ich mich in einen Job in der Nutzfahrzeugindustrie eingearbeitet. Auch wenn das keine Branche war, die ich bewusst ins Auge gefasst habe, bot sich mir eine spannende Chance, die ich nicht verpassen durfte: der Aufbau einer Tochtergesellschaft in Neu-Delhi, Indien. Aus dem Zweijahresvertrag, mit dem ich begann, wurden schließlich sechs Jahre. Zu dieser Zeit führte mich meine Arbeit durch ganz Indien und zu Firmenniederlassungen in Singapur, Ungarn und China, was mir einen tiefen Einblick in internationale und interkulturelle Geschäftsbeziehungen ermöglichte. Noch wichtiger war jedoch, dass ich die wunderbar komplexe kulturelle Vielfalt der Menschheit miterleben und einige ziemlich unvergessliche Erfahrungen sammeln konnte. Aber nach sechs Jahren in der Branche hatte ich immer noch das Gefühl, dass mein Herz nicht bei der Arbeit war, also änderte ich meinen Weg und ging nach Florida, USA, um die Geschäftstätigkeit zu erweitern und neue Geschäftsmodelle in der Anhänger- und Luftfahrtindustrie aufzubauen (eine weitere Wahl auf dem Umweg).


Leider konnten mich selbst die weißen Sandstrände Floridas nicht von dem Gefühl ablenken, dass ich nicht am richtigen Ort war, und so entwurzelte ich erneut mein Leben und meine Familie, die inzwischen auf eine Frau und zwei Kinder (eines in Indien, das andere in den USA geboren) angewachsen war und ging zurück nach Berlin, wo alles begann. Erst dann lernte ich Mati und Florian kennen, die mich nicht nur in den Begriff "Deep Tech" einführten, sondern mich auch in einer Firma willkommen hießen, von der ich endlich sagen kann, dass sie zu mir passt.
Freue ich mich also darauf, meine Anzüge und Krawatten abzulegen und jeden Tag in Turnschuhen und T-Shirts zur Arbeit zu kommen? Absolut! Bin ich glücklich, wieder in meiner Heimat zu sein und durch die gleichen Straßen der Stadt zu gehen, in der ich in meiner Kindheit aufgewachsen bin? Und ob. Bin ich bereit, mich endlich als Teil von etwas zu fühlen, an dem mein Herz wirklich hängt? Auf jeden Fall.

Für R3 zu arbeiten, ist eine neue Reise für mich, und obwohl ich es nie erwartet hätte, so ist es doch auch die Reise, für die mein Herz endlich wirklich schlägt. Also, auf die weniger begangenen Wege, die einen am Ende vielleicht genau dorthin führen, wo man sein soll.

Zum Wohl,
Philipp