3 min read

Leidenschaft

Featured Image

31. Januar 2020

Eine Frau in der Technik Industrie zu sein: Wie fühlt sich das an?

Wenn jemand sagt: „Oh, Sie arbeiten als eine Frau in der Hightech-Branche!?" habe ich gemischte Gefühle. Ich bin froh, dass ich das tun kann, was ich leidenschaftlich gern tue, aber gleichzeitig bin ich traurig, dass die Leute immer noch überrascht sind, wenn Frauen im Bereich „Technik“ arbeiten wollen.
Abgesehen von den sozialen Bedingungen und Vorurteilen ist die Arbeit in dieser Branche etwas, das ich mir schon immer gewünscht habe, genau wie viele andere Frauen. Die meisten Frauen werden jedoch von ihrer Umgebung und der Gesellschaft gesteuert und ziehen es nicht einmal in Betracht. Das liegt nicht daran, dass Frauen nicht gut in Mathematik oder Naturwissenschaften sind, sondern eher, dass man ihnen gesagt hat, dass sie es nicht sind, seit sie kleine Mädchen mit unendlichem Potenzial waren! Ich bin froh, dass sich all dies ändert (wenn auch immer noch zu langsam!), und ich bin froh, dass ich nicht so hart kämpfen musste, um dorthin zu gelangen, wo ich bin. Es wäre aber trotzdem schön, wenn ich an den meisten Orten, an denen ich bisher gearbeitet habe, nicht die einzige Ingenieurin wäre, einschließlich R3Coms, zu mindest war das so, als ich dazukam. Die Dinge änderten sich jedoch zum Besseren, da wir letztes Jahr eine weitere Ingenieurin willkommen geheißen haben. Ich hoffe, dass ich in den kommenden Monaten mehr Frauen im Büro sehen werde (Kleiner Hinweis an die Personalabteilung).
Aber nun lassen Sie uns darüber sprechen, wie ich zum Programmieren und zur Netzwerktechnik gekommen bin, insbesondere angesichts der Tatsache, dass ich das Informatik-Wahlfach in der High School gehasst habe. Mir wurde erst klar, dass ich das Programmieren tatsächlich mochte, als ich fast meinen Bachelor in Elektrotechnik am Thakur College of Engineering in Mumbai abgeschlossen hatte, und von da an änderte sich das Leben ein wenig. Ich wollte immer noch in die Technik gehen, entschied mich aber für den Übergang in den Bereich der embedded systems. Die Entscheidung, in Deutschland einen Master-Abschluss zu machen, war zunächst ein Akt der Rebellion. Die meisten meiner Klassenkameraden waren wie eine Schafherde, auf dem Weg in die USA. Also beschloss ich, etwas anderes auszuprobieren. Ich schaute nach Europa und erkannte, dass ich studieren konnte, was immer ich wollte und es die Möglichkeit gab, nicht mit massiven Studienschulden zu enden. Ich bekam Aufnahmeangebote von Universitäten in Deutschland, Belgien, Schweden und den Niederlanden und entschied mich schließlich für einen Masterstudiengang, bei dem ich beide Jahre aus diversen Ländern in der EU entscheiden konnte, wo ich studieren wollte. Ich wählte Berlin im ersten Jahr und Stockholm im zweiten Jahr. Der Plan war, nicht nur zu studieren, sondern auch zu erforschen, und das habe ich bis jetzt ziemlich gut durchgehalten, indem ich nicht nur gereist bin, sondern auch viele meiner Wochenenden bei Hackathons in verschiedenen Städten verbracht habe.
Wie bin ich in R3 gelandet? R3 Communications ist das zweite Unternehmen, bei dem ich seit meiner Ankunft hier gearbeitet habe, obwohl es zunächst nicht Teil des Plans war. Alles begann, als ich als studentische Hilfskraft in einer Forschungsgruppe für Telekommunikation an der TU Berlin arbeitete. Zunächst interessierte ich mich für die Robotik, aber während dieser Zeit wurde ich in Sensornetzwerke eingeführt. Die Möglichkeit, mit Kommunikationsprotokollen und der faszinierenden, unerschlossenen Welt von Industrie 4.0 zu arbeiten, erregte meine Aufmerksamkeit und verlagerte meinen Schwerpunkt. Mit meiner Masterarbeit über die Implementierung von Routing-Protokollen und Synchronisierungsschemata habe ich das Gebiet vertieft, während ich für ein Berliner IoT-Unternehmen arbeitete, das standortbezogene Systeme entwickelt. Es war eine großartige Erfahrung, aber nach Abschluss der Arbeit ging es wieder zurück zu den Grundlegenden embedded systems. Nachdem ich zweieinhalb Jahre dort gearbeitet hatte, war ich bereit, aufzuhören, eine Weile zu reisen und meine Doktorarbeit zu schreiben. Dann, im September 2018, erhielt ich plötzlich einen Anruf von R3, die sagten, sie hätten mich bei LinkedIn gefunden und dachten, ich würde gerne wissen, woran sie arbeiten. Nachdem ich mir ihren Pitch angehört hatte, wurde mir klar, dass die Arbeit an Technologien wie EchoRing perfekt in den Bereich passen würde, der mich so sehr begeistert. Ich bin jetzt seit November 2018 hier und kein einziger Tag war langweilig. Ich habe coole Kollegen, herausfordernde Probleme zu lösen, und es gibt immer etwas Neues am Horizont.
Was ist anders an der Arbeitskultur in Indien und Deutschland?
Ich bin leider schon über die Wortanzahlgrenze hinaus ;)


- Sonali